Die Geschichte unserer Veranstaltung
Was für eine Geschichte: 1995 hatten wir begonnen, Ende Oktober eine Veranstaltung in Azincourt abzuhalten, die mit dem St. Crispinstag übereinstimmte oder dem Wochenende, das ihm am nächsten lag. Da viele von uns Re-enactor des späten 14. und frühen 15. Jahrhunderts sind, ist dieser Ort und das Datum sehr wichtig für uns, da am 25. Oktober 1415 die "Schlacht von Azincourt" zwischen den Engländern und Franzosen geschlagen wurde. Das Ergebnis war ein Sieg für die Engländer obwohl die Franzosen ihnen fünf und sechs zu eins überlegen waren. Der entscheidende Vorteil war das Einsetzen des englischen Langbogens.
Im ersten Jahr waren wir nur fünfzehn, sechs davon aus England einschließlich eines Franzosen, der in England wohnte. Wir hatten Zugang zum Schlachtfeld und konnten dort mit authentischen und modernen Zelten zelten, einen Bogenwettbewerb und am Samstag abend ein überdachtes Bankett mit Tanz veranstalten. Samstag Nacht entzündeten wir Kerzen und legten oder pflanzten Blumen in dem Wäldchen, wo nach der Legende die 5000 Toten der Schlacht begraben liegen. In späteren Jahren hielt dort ein Priester einer örtlichen englischsprechenden Gemeinde einen kleinen Gottesdienst für uns ab, und es wurde zur Tradition für Besucher, wenigstens einmal während des Wochenendes der "Erinnerung " dort hin zu gehen.
Viele Gruppen kamen von weit her aus ganz Europa, um bei der Veranstaltung mitzumachen und auf dem Schlachfeld zu kämpfen, und machten es uns möglich, in einem Jahr 200 Kämpfer aufzustellen. Die Veranstaltung wuchs an Bekanntheit und alles lief gut, aber das Wetter war ein großes Problem. Bei mindestens zwei Gelegenheiten war das Wetter nachts so schlecht daß wir orkanartigen Winden und Regenfällen ausgestzt waren. Am nächsten Tag mußten wir dann unter Bedingungen kämpfen, die ähnlich waren wie für König Heinrich V, bei horizontalem Regen und Graupeln.
Im Oktober 2000 wurde eine große Leistung von einigen unserer Freunde vollbracht, geführt von Ron Fraser M.V.O. und inzwischen bekannt als "Heinrichs Fünf", die Nachstellung des Fußmarsches von Heinrich V von Harfleur nach Azincourt über eine Distanz von 238 Meilen (380 km) in nur 19 Tagen, genau der Zeit, die die englischen Truppen unter dem Kommando Heinrichs V auch brauchten. Der Marsch war so mit der "Erinnerungsveranstaltung" koordiniert, daß die Gruppe am 25. Oktober auf dem Schlachtfeld ankam.
Bei der Veranstaltung hatten viele Leute nach ihrer Ankunft viel Zeit darauf verwandt, ein schönes Lager aufzubauen, aber während der Samstagnacht kamen Wind und Regen wieder und zerstörten den größten Teil der harten Arbeit während des Banketts und des frühen Abends. Nachdem sich der Sturm beruhigt hatte, sahen wir, daß viele in der Dunkelheit nach Hause gefahren waren, da sie kein trockenes und warmes Plätzchen zum schlafen hatten. Die, die noch übrig waren, redeten am nächsten Tag von einer Veranstaltung im Sommer, da viele sehr gern nach Azincourt kamen, aber zu wissen, daß man es mit Nässe, Schlamm und Kälte zu tun bekommen würde, unterminiert den Eifer jeden hartgesottenen Re-enactors.
Im Frühjahr 2001 wurde eine Entscheidung getroffen, die Schlacht, den Bogenwettbewerb und einen kleinen Markt im Sommer abzuhalten. Die Azincourt Alliance wurde gegründet, um diese Veranstaltung mit Hilfe des neu gebauten Museums in Azincourt zu organisieren. Der erste Termin, auf den man sich einigte, war der 20. und 21. Juli 2002. Das Museum und das Bürgermeisteramt unterstützten uns großzügig mit unserer Haftpflichtversicherung und vereinbarten mit einem örtlichen Landwirt, daß wir eine Wiese benutzen durften, die am Rand des Schlachtfeldes lag, das die rechte Flanke der Franzosen gewesen war. Zwei Wiesen, von einer Reihe Bäme durchzogen, wurden uns zugänglich gemacht, eine für die Schlacht und die andere als Parkplatz und für die modernen Zelte. Das Dorf wurde so enthusiastisch daß das Wochenende zu einem Festival gemacht und mit Essensständen und einem Bierzelt ausgerüstet wurde.
Die Idee war es, die Schlacht nicht auf eine spezielle Zeitspanne oder eine spezielle Schlacht festzulegen. Es war wichtig, sicherzustellen, daß die Veranstaltung nicht als Verherrlichung der französischen Niederlage gesehen wurde, sondern den Besuchern eine Darstellung des Kampfes im "hundertjährigen Krieg" gab. Mann beschloß, Re-enactor zu der "Schlacht in Azincourt" einzuladen, damit es keine Mißverständnisse gab und die Bewohner von Azincourt nicht beleidigt wurden.
Anders als bei vielen anderen Schlachten sind Waffen und Rüstungen aus der breiten Periode von 1337 bis 1435 auf dem Schlachtfeld zulässig. Beispiele sieht man unten. Wir erwarten von den Teilnehmern Kooperation mit diesen Spezifikationen, sonst werden sie nicht aufs Schlachtfeld gelassen.
Dann beschlossen wir, eine mehrsprachige Webseite zu entwerfen, die benutzt werden konnte, um allen Intressenten Informationenen zukommen zu lassen. Die Seite würde auch die Möglichkeit bieten, sich anzumelden, uns jederzeit per Email zu erreichen und die neuesten Updates anzuschauen. Eine Anzeige wurde in die Zeitschrift Call to Arms gesetzt und während wir auf Anrufe und Emails warteten, warb die Stadtverwaltung von Azincourt über das französische Netzwerk der Rathäuser und Bibliotheken für die Veranstaltung.
Letzte Änderung 08/10/04